Vereinigte Staaten von Amerika

North Pole, Alaska

Veterans Day - Polar Bear Local PostNorth Pole befindet sich im US-Bundesstaat Alaska. Es ist ein kleines Städtchen, welches etwa 15 km südöstlich der Stadt Fairbanks liegt. Die Stadt North Pole lockt Besucher mit der Aussage an, dass in North Pole das ganze Jahr über Weihnachten sei. Gleich am Stadteingang steht eine riesige Santa-Claus-Figur. Mit ihr lassen sich viele Besucher gern fotografieren. Und tatsächlich gibt es in der etwa 2000 Einwohner zählenden Stadt einen Weihnachts-Shop, das "Santa Claus House", der ganzjährig geöffnet hat. Verfehlen kann man das Geschäft schwer, denn es ist bestens ausgeschildert sowie an seinem rot-weiß gestrichenen Fachwerkbau gut erkennbar. Hier kann man sich nach Herzenslust mit allerlei Weihnachtsschmuck, Spielzeug und Souvenirs eindecken sowie den Lieben zu Hause eine kleine Freude bereiten. Viele tausend Briefe mit Weihnachtswünschen werden pro Jahr an das Postamt von North Pole versendet und neugierige Kinder warten hoffnungsvoll, dass ihre Wünsche vom Weihnachtsmann erfüllt werden.

Auch sonst bietet North Pole einige Attraktionen, welche Touristen aus aller Welt anziehen. So gibt es zum Beispiel alljährlich einen Schneeskulpturenwettbewerb, Feuerwerk im Winter sowie ein breites Unterhaltungsprogramm. An guten Restaraunts fehlt es ebenso wenig, so gehen hungrige Mägen nicht leer aus.

Für Camper ist North Pole ebenfalls ein ausgezeichnetes Ausflugsziel. Am "Chena Lake" befinden sich Abstellplätze für Wohnmobile. Hier kann man Radfahren, sich ein Kanu ausleihen oder sich am See am Badestrand tummeln. Wer gern angelt und anschließend seinen Fang genießen will, wird hier seine Freude haben.

Wer North Pole besucht, sollte auch mal in Fairbanks vorbeischauen. Mit dem Auto ist man in einer halben Stunde dort. Fairbanks ist die zweitgrößte Stadt in Alaska und hat etwa 85 000 Einwohner. Sie verfügt über eine Universität sowie einen internationalen Flughafen. An diesem Ort trifft Stadtleben auf Natur. Ein besonderer Augengenuss sind die Mitternachtssonne und die Polarlichter. Sehenswert ist der "Pioneer Park", in welchem es zahlreiche Museen und Geschäfte gibt, das "Creamers Field", ein Naturschutzgebiet für Zugvögel oder im 16 km entfernten Örtchen Ester das "Ester Gold Camp", welches seinen Touristen Attraktionen und Shows im Stil des "Wilden Westens" bietet.

Ein Besuch des sogenannten "Tor zur Arktis" und North Poles ist genau das Richtige für neugierige Entdecker und Weihnachtsfans.


covercity © Weles GmbH 2011In den USA gibt es bis heute kleine, von Privatleuten betriebene Postämter, die z.B. in abgelegenen Ecken des Landes oder auf kleinen Inseln die Post einsammeln und zum nächsten Postamt des U.S. Postal Service weiterleiten. Viele dieser privaten Poststationen geben ihre eigenen Briefmarken und Ersttagsbriefe heraus, viele davon sind gesuchte Sammlerstücke. Die Polar Bear Local Post in Deadhorse und North Pole, Alaska waren so ein Postamt. Ein Ein-Mann-Bertrieb, gegründet 1929 von Paul Mills, der aus San Francisco nach Alaska kam. Die Ölfelder an der North Slope der Prudhoe Bay in Alaska sind damals wie heute die größten Vorkommen der USA. Paul Mills, der in San Francisco schon im Restaurant-Business gearbeitet hatte, fing als Küchenchef in einem der 65 Camps für die 10.000 Arbeiter der Trans Alaskan Pipeline an. Er muss neben seinem eigentlichen Job viel Zeit gehabt haben, denn er eröffnete noch im selben Jahr ein Postamt in seinem Camp Mukluk und nannte es Polar Bear Local Post.

Er bot als Service nicht nur den Transport der Post nach Fairbanks, der nächstgrößeren Stadt, an - von wo die Post an ihre Bestimmungsorte in den USA und der ganzen Welt weitergeschickt wurde -, sondern auch die Postverbindung der Camps untereinander - für 65 Camps keine kleine logistische Aufgabe.

Berühmt wurde die Polar Bear Local Post wegen der von Paul Mills entworfenen Briefumschläge mit Motiven der Region und der heimischen Tierwelt, er malte z.B. das Walross, den Alaska-Raben und natürlich immer wieder Eisbären. Die mit seinen Zeichnungen und Aquarellen auf Vorder- und Rückseite bedruckten Umschläge wurden in den Läden der Camps verkauft und waren bei den Arbeitern sehr beliebt. So schmückte den Gruß nach Hause ein optisches Souvenir aus Alaska und ein Stempel mit dem Namen des jeweiligen Camps - viel persönlicher als ein in Fairbanks abgestempelter Brief.

Paul Mills entwarf auch seine eigenen Poststempel, ein häufig verwendeter zeigt einen Eisbären, der sich mit einem breiten Lächeln auf der Schnauze gegen einen Bohrturm lehnt.  Eine Eisbärin und ihr Junges auf einer Eisscholle sind auf einer Briefmarke der Polar Bear Local Post abgebildet.

Nachdem die Camps der Trans Alaskan Pipeline 1977 geschlossen worden waren, konnte sich Paul Mills ganz seinem Hobby widmen. Philatelisten und Sammler aus aller Welt schrieben an die Polar Bear Local Post und baten um seine kleinen Kunstwerke. Es wird geschätzt, dass Paul Mills in den 55 Jahren als Postmeister der Polar Bear Local Post über 6.000 davon verschickt hat. So wie eine Lady ihre Briefe mit ihrem Parfüm betupft, versah er seine Briefe manchmal auf der Rückseite mit einem kleinen Tropfen des in der Nähe geförderten, kostbaren Öls. 

Die Polar Bear Local Post schloß 1984 nach dem Tod von Paul Mills, seine "Mail Art" aber wird bis heute geliebt und gesammelt.