Vereinigte Staaten von Amerika

Zuni Pueblo Indianer

AnsichtskarteIn Nordamerika leben etliche Indianerstämme, so auch die Pueblo-Indianer, die unter dem Begriff "Zuni" bekannt sind. "Pueblos" sind dabei jene kleinen Dörfer und Siedlungen, die die Indianer errichten. Den Namen "Zuni" erhielten die Indianer durch die Spanier, als diese das Land eroberten. Die Zuni sind besonders durch ihre Eigenwilligkeit und Selbstständigkeit bekannt, hatten während der spanischen Eroberung einige Auseinandersetzungen, mischten sich aber grundsätzlich nicht in fremde Angelegenheiten und Kriege ein. Sie lehnen bis heute äußere Einflüsse ab und bleiben unter sich. Ihre Sprache ist mit keiner anderen vergleichbar oder mit anderen Stämmen verwandt. Die Zuni-Indianer sind sehr religiös und geübt in ihren Riten, Tänzen und dem künstlerischen Handwerk. Sie praktizieren Schamanismus, durch den sie davon überzeugt sind, mit anderen Welten verbunden zu sein, darunter auch mit der Geister- und Traumwelt. Tiere, wie auch unbelebte Objekte, sind, ihrem Glauben nach, mit Energien und Kräften beseelt, die sowohl Schutz ermöglichen als auch Feinden schaden können. So glauben die Zuni, dass die von ihnen gefertigten Fetische und geschnitzten Tierfiguren Geist in sich bergen und das jeweilige Tier in seiner Energie verkörpern, aus der wiederum Kraft geschöpft wird und Probleme gelöst werden können. Im Schamanismus sind Krafttiere dazu da, den spirituellen Menschen durch seine Träume, durch Geisterwelten und durch das Jenseits zu führen. Kinder erhalten bei ihrer Geburt Krafttiere zugewiesen, die sie häufig ein Leben lang begleiten und beschützen sollen. Die geschnitzten Figuren und Fetische sind daher auch keine Götzenbilder, die von den Zuni-Indianern angebetet werden, sondern verkörpern die Kraft und Seele der jeweiligen Tiere, deren Energie genutzt wird, um die Kommunikation mit Geistern und Göttern zu ermöglichen.


AnsichtskarteIhrem eigenen Mythos nach kehrten die Vorfahren der Zuni vor langer Zeit aus der Unterwelt zurück und siedelten sich in der Gegend um den Grand Canyon an. Andere Gerüchte sprechen von der Mojave-Wüste. Die Zuni durchstreiften über viele Jahre hindurch das nordamerikanische Gebiet, bis sie sich in eigenen, von ihnen erbauten Siedlungen niederließen. Sie sind die direkten Nachfahren einer uralten Zivilisation, stammen von der reichen Kultur der Anasazi ab. Heute findet man die Zuni hauptsächlich in New Mexiko und Arizona. Die Zuni haben es geschafft, sich über eine lange Zeit hindurch als Stamm zu erhalten und unabhängig zu bleiben. Sie leben bis heute sehr zurückgezogen und isoliert, konnten sich gegen die brutalen Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und Indianern größtenteils schützen. Die Zuni, in ihrer Überzeugung und Ablehnung fremder und äußerer Einflüsse, leben an den speziell von ihnen erschaffenen Orten und verkehren selten außerhalb ihrer Siedlungen. Ihre "Pueblos" sind kreisförmig angeordnet, ihre Häuser mit Stein, Gips und Lehm gebaut. Während die Männer für das Errichten der Häuser zuständig sind, haben die Frauen innerhalb der Häuser das Sagen. Sie leiten den Haushalt, die Arbeiten und die Versorgung der Familie.
Durch ihre Rituale und ihre eigene Geschichte leben die Zuni ganz und gar in ihren Traditionen und in ihrer Spiritualität, die in ihren Bräuchen immer wieder an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Die Zuni bilden insgesamt dreizehn Klans, arbeiten als Handwerker, Farmer oder Viehzüchter. Männer und Frauen fertigen wunderschönen Schmuck aus Silber und Schnitzarbeiten aus Holz an, der ihnen für ihre spirituellen Riten dienen. Auch Masken sind wichtige Zeremonienbegleiter, die häufig Tiere, Götter oder Geister darstellen und bei den spektakulären Tänzen und Ritualen verwendet, insbesondere von Männern getragen werden. Diese Tänze finden häufig zwischen Winter und Frühling statt, der berühmteste Tanz "Shalako" wird sogar über ein ganzes Jahr hindurch zelebriert. Mit den Tänzen werden die neu gebauten Siedlungen und Häuser gesegnet und eingeweiht.
Die wichtigsten Tiere, die als Fetisch verwendet werden, sind der Bär, der Stärke und Gesundheit liefert, der Adler, der Glück und Übersicht ermöglicht, oder der Büffel, als das Tier, das den Wohlstand und die Beharrlichkeit verkörpert.